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The show must go on

Dieser Gesichstsausdruck hat Deutschland geprägt. Normale Menschen würden ihn auf dem Klo machen. Normale, gewöhnliche, unbedeutende Menschen. Aber von Vorne: Wir schreiben den 16. Juni 2008. Deutschland

braucht einen Sieg gegen Österreich um in die Runde der letzten 8 vorzudringen. Das Spiel plätschert vor sich hin doch dann kommt er. Er hämmert den Ball unhaltbar mit 128 km/h in den Winkel. Die Legende ist unsterblich geworden. Michael Ballack.

Das waren noch Zeiten. Zeiten in denen Michael Ballack die Pulsader der Nationalelf war. Dank eines überragenden Ballacks reichte es 2008 sogar noch zu Silber. Damals schien Ballack unersetzlich im Team. Fast zwei Jahre sollte das noch andauern ehe ein komplett übermotivierter Kevin-Prince Boateng dem damaligen Chelsea-Spieler während des FA-Cup-Finales auf den Fuß sprang. Es bedeutete das Aus und eine lange Leidenszeit. Nicht nur physisch, sondern auch psychisch.

Das Foul ruinierte ihm den wahrscheinlichen Höhepunkt seiner Karriere, den WM-Sieg. Ich bin nämlich weiterhin der festen Überzeugung, dass die Deutschen zusammen mit einem Ballack in der damaligen Chelsea-Form den Titel mit nach Hause genommen hätten. Schließlich hat Ballack die nötige Erfahrung um ein junges Team selbst in einer aussichtslosen Situation wie im Halbfinale gegen Spanien zu einem Sieg zu führen.

Doch auch im Klub lief es nicht mehr rund. Chelsea war bereit seinen Vertrag um ein Jahr verlängern, Ballack wollte aber zwei. Schlussendlich konnten beide Parteien sich nicht einigen und so wechselte er nach Leverkusen. An den Ort wo seine Weltkarriere so richtig ins Rollen kam ehe er beim FC Bayern München zum Weltklassespieler reifte und dann bei Chelsea eine sehr gute Rolle spielte.

Der Druck lastete mehr denn je auf den breiten Schultern des gebürtigen Görlitzers. Zwischenzeitlich schien es als seien die Schultern nicht breit genug. Zoff mit Heynckes, Verletzungen und viele andere Kleinigkeiten lenkten ihn anfangs von seiner Aufgabe ab. Doch rechtzeitig zum Saisonfinale brachte er mit seiner Erfahrung und fußballerischen Intelligenz Ruhe in die junge leverkusener Mannschaft doch sogar ein Ballack konnte die Titel-entscheidende Niederlage im Derby gegen den FC nicht verhindern.

Trotz konstant guter Leistungen die in einem respektablem kicker-Notenschnitt von 3,60 endeten, wurde Ballack nicht in die Nationalelf berufen. Unverständlicherweise gab es fast ein Jahr lang kein einziges klares Bekenntnis für oder gegen Ballack. Sogar nachdem akuter Spielermangel im deutschen Mittelfeld herrschte, wurde Rudy anstatt von Ballack nominiert. Diese offensichtliche Ignoranz ließ sämtliche Fußball-Fans und -Kritiker zum gemeinsamen Schluss kommen, dass Löw nicht mehr mit Ballack plane. Die offizielle Bestätigung kam dann vor ein paar Tagen. Seitdem herrscht eine erbitterte Schlammschlacht zwischen Ballack und dem DFB. Ich möchte jetzt nicht darauf eingehen, sondern sage nur, dass ich Löw menschlich für ein Riesen-Arschloch halte aber er sportlich ein großer Trainer ist. Sowas sollte Ballack sich nicht antun und von daher halte ich seine Entscheidung gegen die beiden Abschiedsspiele, die ihn immerhin in den 100er-Klub gebracht hätten für vollkommen berechtigt. Ich hätte genauso agiert.

Ballack hat der Nationalmannschaft sehr viel gegeben und wenig zurückbekommen. Zum Schluss wurde er einfach nur noch verarscht. Sein Name wurde von Jogi Löw schamlos in den Dreck gezogen. Ein Wunder, dass Ballack sich so lange auf dieses niveaulose Spielchen einließ. Wahrscheinlich hatte er noch immer die Hoffnung doch noch nominiert zu werden um dann auf der EM 2012 seinen Abschied zu feiern. Ich hatte mir schon nach der WM Ballacks Rücktritt erwartet. Das wäre wohl das Klügste gewesen.

Allerdings sollte Michael Ballack sich jetzt nicht zu lange auf diesen verbalen Schlagabtausch mit dem DFB konzentrieren, sondern ihn vergessen oder verdrängen, denn nun hat er noch einige Saisons Zeit in Leverkusen zu beweisen, dass er ein klasse Spieler ist, der einen solchen Abschied nicht verdient hat und noch immer zu den Besten Deutschlands gehört. Das Potential dazu hat er sicherlich. Ein Mann mit einem solchen Willen und Ehrgeiz wie Ballack wird das nicht auf sich sitzen lassen, sondern es allen noch mal beweisen. In Leverkusen wird er nächste Saison auf drei Hochzeiten tanzen, da muss er topfit sein. Nicht nur physisch, sondern auch psychisch.

3 comments on “The show must go on

  1. Alex Gomez Garcia
    June 18, 2011

    OMG *-* ich LIEBE diesen Artikel <3333 DAS ist Ballack wie er liebt und lebt. Der Artikel ist WUNDERBAR und ich hab geheult. Wunderbarer Artikel.

  2. uwe schumann
    June 18, 2011

    dem artikel kann ich 100%ig und im vollen umfang zustimmen. die frage die sich mir stellt: warum tut man das einen spieler, der soviel für den deutschen fussball getan hat, wie halt unseren michi, an? ich verstehs nicht. so geht man weder sportlich noch persönlich mit einem menschen um. geschmacklos. respekt nochma für deinen supie kommentar. mach weiter so. lg

  3. Sébastien
    June 18, 2011

    Hey, euch beiden vielen vielen Dank für eure Kommentare! :DD❤

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